Lösung Ebbe und Flut

Version 6.1 von Anna Kukin am 2026/08/13 13:16

  1. Ausgehend von der allgemeinen Form der Sinusfunktion \(h(t) = a \cdot \sin(b(t - c)) + d\) lesen wir ab/bestimmen:
    Amplitude (\(a\)): \(3{,}2\)
    Periodenlänge (\(p\)): \(b = \frac{\pi}{6} \implies p = \frac{2\pi}{b} = \frac{2\pi}{\frac{\pi}{6}} = 12\)
    Verschiebung in y-Richtung (\(d\)): 4
    Verschiebung in x-Richtung (\(c\)): 1
  2. Amplitude: Sie gibt an, wie weit der Meeresspiegel vom Mittelwert nach oben (bei Flut) und nach unten (bei Ebbe) maximal abweicht.
    Periodenlänge: Sie gibt an, wie lange ein voller Gezeitenzyklus dauert. Es vergehen also genau 12 Stunden, bis sich das Muster wiederholt.
    Verschiebung in y-Richtung: Gibt den mittleren Wasserstand an.
  3. Um 4:00 Uhr (\(t = 4\)):
    \(h(4) = 3{,}2 \cdot \sin\left(\frac{\pi}{6}(4 - 1)\right) + 4 = 3{,}2 \cdot \sin\left(\frac{3\pi}{6}\right) + 4 = 3{,}2 \cdot \sin\left(\frac{\pi}{2}\right) + 4= 3{,}2 \cdot 1 + 4 = \mathbf{7{,}2\text{ m}}\)

    Um 10:20 Uhr \(\left(t = 10 + \frac{20}{60} = \frac{31}{3}\right)\):
    \(h\left(\frac{31}{3}\right) = 3{,}2 \cdot \sin\left(\frac{\pi}{6}\left(\frac{31}{3} - 1\right)\right) + 4 = 3{,}2 \cdot \sin\left(\frac{14\pi}{9}\right) + 4\approx 3{,}2 \cdot (-0{,}9848) + 4 = -3{,}15 + 4 = \mathbf{0{,}85\text{ m}}\)

  4. Höchster Wasserstand:
    Den höchsten Wasserstand können wir bestimmen, indem wir zu der y-Verschiebung die Amplitude addieren: 4m+3,2m=7,2m.
    Aus der vorherigen Teilaufgabe wissen wir, dass zum Zeitpunkt \(t=4\), also um 4:00 Uhr der Wasserstand 7,2m erreicht. Da die Periode 12 beträgt wissen wir zudem, dass der Wasserstand 12 Stunden später, also um 16:00 Uhr (\(t=16\)) erreicht wird.

    Niedrigster Wasserstand:
    Wir bestimmen den niedrigsten Wasserstand analog, indem wir von der y-Verschiebung die Amplitude subtrahieren: 4m-3,2m=0,8m.
    Um einen Zeitpunkt zu bestimmen, an dem die Höhe 0,8m beträgt, setzen wir \(h(t)=0{,}8\):
    \(0{,}8= 3{,}2\cdot \sin\left(\frac{\pi}{6}(t - 1)\right) + 4 \ \Leftrightarrow -3{,}2= 3{,}2\cdot \sin\left(\frac{\pi}{6}(t - 1)\right) \ \Leftrightarrow \sin\left(\frac{\pi}{6}(t - 1)\right) = -1 \)

    Die Sinusfunktion nimmt erstmals den Wert \(-1\) an, wenn das Argument \(\frac{3}{2}\pi\) ist, das heißt : \( \frac{\pi}{6}(t - 1)=\frac{3}{2}\pi \Leftrightarrow t=10\)
    Somit wird um 10 Uhr und um 22 Uhr (12 Stunden später) der niedrigste Wasserstand erreicht.

  5. EbbeFlut.svg
  6. Wir suchen alle \(t\) für die \(h(t)\geq 5{,}5\) gilt. Wir setzen also \(h(t)= 5{,}5\) und stellen nach \(t\) um:
    \(3{,}2 \cdot \sin\left(\frac{\pi}{6}(t - 1)\right) + 4 = 5{,}5 \ \Leftrightarrow \ 3{,}2 \cdot \sin\left(\frac{\pi}{6}(t - 1)\right)= 1{,}5 \ \Leftrightarrow \sin\left(\frac{\pi}{6}(t - 1)\right)= \frac{1{,}5}{3{,}2}\)
    Den ersten Zeitpunkt erhalten wir mit Hilfe der Umkehrfunktion der Sinufunktion(\(\sin^{-1}\)):
    \(\frac{\pi}{6}(t_1 - 1)=\sin^{-1}\left(\frac{1{,}5}{3{,}2}\right) \ \Leftrightarrow \ t_1= \frac{6}{\pi}\sin^{-1}\left(\frac{1{,}5}{3{,}2}\right) +1 \approx 1{,}93\)
    Hinweis: Denke daran, deinen Taschenrechner auf Bogenmaß (RAD) zu stellen.

    Aufgrund der Symmetrie der Sinusfunktion ergibt sich der nächste Zeitpunkt, an dem der Wasserstand wieder 5,5m beträgt durch \(\frac{\pi}{6}(t_2 - 1)=\pi - \sin^{-1}\left(\frac{1{,}5}{3{,}2}\right) \ \Leftrightarrow \ t_2= \frac{\pi}{6} \left(\pi - \sin^{-1}\left(\frac{1{,}5}{3{,}2}\right)\right)+1 \approx 6{,}07\)

    Das Fischerboot kann den Hafen also zwischen \(t_1 \approx 1{,}93\) und \(t_2 \approx 6{,}07\), das heißt zwischen etwa *1:56 Uhr bis 6:04 Uhr*, den Hafen verlassen.

    Wegen der Periodität der Sinusfunktion gibt es 12 Stunden später einen weiteren Zeitraum, in dem das Boot den Hafen verlassen kann, nämlich zwischen etwa *13:56 Uhr und 18:04 Uhr*.

  7. Da sowohl das Wetter (beispielsweise Regen, Wind) als auch der Luftdruck den Wasserstand/die Wasserbewegung beeinflussen können, beschreiben trigonometrische Funktionen nur näherungsweise Ebbe und Flut.
  8. Stehen Sonne, Mond und Erde in einer Linie, so addieren sich die Kräfte. Das heißt, für den Betrag der Kräfte gilt: \(F_{\text{Springflut}}=F_{\text{Mond}}+F_{\text{Sonne}}\)
    Da der Einfluss des Mondes doppelt so hoch ist wie der Einfluss der Sonne, gilt \(F_{\text{Mond}}=2\cdot F_{\text{Sonne}}\) und somit
    \(F_{\text{Springflut}}=2\cdot F_{\text{Sonne}}+ F_{\text{Sonne}}=3\cdot F_{\text{Sonne}}\).
    Die Amplitude \(a\) der Springflut beträgt 3,2m, daher entspricht
    \(3F_{\text{Sonne}} \ \widehat{=}3{,}2 \ \text{m} \ \implies F_{\text{Sonne}} \ \widehat{=} \ \frac{3{,}2}{3}\text{m}\approx 1{,}07 \text{m}\)
    und somit \(F_{\text{Sonne}} \ \widehat{=} \ 2\cdot 2\cdot \frac{3{,}2}{3} \approx 2{,}13 \text{m}\)

    Bei der Nippflut wirken die Einflüsse entgegengesetzt, also:
    \(A_{\text{Nippflut}}\approx 2{,}13\text{m}-1{,}07 \text{m} =1{,}07\text{m}\)

    Der maximale Wasserstand wäre damit \(h_{max}=4\text{m}+1{,}07\text{m}=5{,}07\text{m}\).